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Die Fledermaus
Vorgeschichte
Vor drei Jahren besuchten die Freunde Gabriel von Eisenstein und der Notar Dr. Falke einen Maskenball. Die als Schmetterling und Fledermaus verkleideten Junggesellen tranken einander hemmungslos zu. Auf dem Heimweg ließ Eisenstein den sturzbetrunkenen Dr. Falke dann einfach unter dem Portal der Stadtkirche liegen und gab ihn so dem Spott der ganzen Stadt preis, als dieser am nächsten Morgen unter johlendem Gelächter im Fledermauskostüm nach Hause laufen musste. Seitdem sinnt Falke auf Rache. Der gutsituierte Eisenstein ist zwischenzeitlich mit Rosalinde verheiratet, die zuvor eine Affäre mit dem italienischen Tenorissimo Alfredo hatte. Während es diesen zu seiner verflossenen Geliebten treibt, muss Eisenstein wegen einer Unflätigkeit gegen eine Amtsperson für fünf Tage ins Gefängnis.
ERSTER AKT | Ein Zimmer im Hause Eisensteins
Adele, Kammermädchen bei Eisensteins, freut sich über die Einladung zu einem Maskenball am Abend in der Villa des jungen, steinreichen Prinzen Orlofsky. Diese hat sie vermeintlich von ihrer Schwester Ida erhalten. Währenddessen ist draußen die Stimme Alfredos zu hören, der vor der Haustüre nach seiner ehemaligen Geliebten Rosalinde schmachtet. Adele bittet ihre Herrin tränenreich, ihre kranke Tante besuchen zu wollen, für den Abend um freien Ausgang. Rosalinde lehnt dies jedoch strikt ab, da ihr Gatte am Abend seine Haftstrafe antreten muss. Den hereindrängenden Alfredo kann sie nur unter Aufbietung aller Tugendhaftigkeit als Ehefrau und vor allem nur unter der Bedingung zum sofortigen Verschwinden überreden, dass er am Abend wiederkommen darf. Trotz oder wegen der Fürsprache seines Advokaten Dr. Blind verlor Eisenstein seine Revisionsverhandlung wegen Beamtenbeleidigung und muss nun statt fünf sogar für acht Tage ins Gefängnis. Als Eisenstein sich auf das Gefängnis vorbereitet, erscheint der Notar Dr. Falke, der seinen alten Freund für den heutigen Abend zum Ball beim Prinzen Orlofsky einlädt und ihn überredet, die Haftstrafe zu Gunsten des Anblicks der schönen Ballettmädeln aufzuschieben. Rosalinde indessen gewährt Adele mit Blick auf das bevorstehende Rendezvous mit Alfredo den freien Abend nun doch. Der Abschied Eisensteins von Rosalinde gerät wiederum tränenreich. Kaum ist Eisenstein aus dem Haus, macht es sich Alfredo bei Rosalinde gemütlich. Diese Zweisamkeit wird durch den Gefängnisdirektor Frank gestört, der Eisenstein persönlich in den Arrest führen will, um danach ebenfalls entspannt den Ball des Prinzen zu genießen. Rosalinde bittet Alfredo das Spiel als ihr Ehemann mitzuspielen, sodass Frank nach Rosalindes Abschiedskuss schließlich den falschen Eisenstein abführt.
ZWEITER AKT | In der Villa des Prinzen Orlofsky
Unter den die Gastfreundschaft Orlofskys preisenden Gästen ist auch Adele, die sich am Kleiderschrank ihrer Herrin bedient hat und die sich wundert, weshalb ihre Schwester Ida nichts von der Einladung an sie weiß. Falke verspricht dem seines Reichtums überdrüssigen und emotional abgestumpften Prinzen Orlofsky baldiges Amüsement. Falkes Intrige zur Rache an Eisenstein beginnt. Er stellt diesen dem Gastgeber als „Marquis Renard“ vor. In die russischen Sitten eingeführt und bereits beschwipst, sorgt Eisenstein für großes Gelächter: er bezichtigt Adele, die sich ihm als Künstlerin Olga vorstellt, sein Kammermädchen zu sein. Als Gefängnisdirektor Frank als Chevalier Chagrin verkleidet erscheint, blamiert sich Eisenstein im Zwiegespräch mit seinem „Landsmann“ zum zweiten Mal. Zuletzt erscheint die von Falke eilig eingeladene Rosalinde, maskiert als ungarische Gräfin. Mit seinem alten Uhrentrick will Eisenstein sie erobern, doch es gelingt ihr, ihm seine Repetieruhr abzuluchsen. Der aufkommenden Skepsis, ob die ungarische Gräfin echt sei, begegnet Rosalinde mit einem feurigen Csardas. Unter dem Einfluss des „Königs aller Weine“ findet eine gemeinschaftliche Beschwörung der Brüderschaft aller Gäste statt. Mit Schlag sechs Uhr verabschieden sich Marquis Renard alias Eisenstein und Chevalier Chagrin alias Gefängnisdirektor Frank hastig und eilen davon – ins Gefängnis.
DRITTER AKT: Das Gefängnis
Im Gefängnis erwartet der vom Alkohol gezeichnete Aufseher Frosch seinen Vorgesetzten Frank. Adele kommt in Begleitung Idas, um Frank nach der Beichte ihrer wahren Identität als Mäzen für ihre künstlerische Ausbildung zu gewinnen. Als Eisenstein seinen Arrest antreten will, teilt Frank dem Überraschten mit, dass er Eisenstein eigenhändig verhaftet und am gestrigen Abend ins Gefängnis gesperrt habe. Rosalinde kommt, um Alfredo zu warnen. Dieser rief bereits Dr. Blind als juristischen Beistand herbei, der jedoch von Eisenstein abgefangen und seiner Kleidung beraubt wird. Er selbst führt nun das Verhör Alfredos und Rosalindes durch, bis er sich platzend vor Wut zu erkennen gibt. Rosalinde hält ihm seine Repetieruhr vor die Nase und Falke, mit der ganzen Ballgesellschaft als Zeugen hinzukommend, löst Eisenstein gegenüber die ganze Intrige auf: Es war die Rache der Fledermaus. Schuld an dem Durcheinander, da ist man sich einig, war und ist ohnehin nur der Champagner!
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